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Magura stellte auf Mallorca soeben seine neue Bremsengeneration der Fachpresse vor.
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Magura stellt neue Bremsen-Generation vor

Tester sind begeistert: "Magura ist ein großer Wurf gelungen"

Spätestens seit dem Proteststurm gegen Stuttgart 21 und den Landtagswahlen in Baden-Württemberg weiß die Welt (oder zumindest Deutschland), dass Schwaben nicht nur alles außer Hochdeutsch können, sondern gelegentlich auch zu einer handfesten Revolution neigen. Vor diesem Hintergrund ist es vielleicht nicht überraschend, dass bei Magura, dem wohl urschwäbischsten Unternehmen innerhalb der Fahrradbranche, in den letzten Monaten so ziemlich alles auf den Kopf gestellt wurde. „Wir haben die letzten fünf Jahre verpennt“, heißt es bei Magura in entwaffnender Offenheit. Mit der neuen Bremsengeneration soll nun nicht nur wieder der Anschluss an die Konkurrenz gelingen, vielmehr wollen die Magura-Macher mit MT-8 und Co. einen neuen Benchmark setzen. Das wenig bescheidene Ziel lautet, die beste Bremse der Welt zu bauen. Den sehr positiven Testurteilen der nationalen und internationalen Fachpresse zufolge ist diese Mission offenbar geglückt.

Magura stellte auf Mallorca soeben seine neue Bremsengeneration der Fachpresse vor.Rund 20 Fachjournalisten aus Deutschland und nochmal soviele aus dem europäischen Ausland konnten die neue MT-8 von Magura ausgiebig testen.

Marta, Louise, Julie und Gustav sind bei Magura künftig nicht nur als Personen Geschichte, sondern auch als Produktbezeichnungen. Seit den ersten Scheibenbremsen hat der Bremsenhersteller sein traditionsreiches Profil vor allem auch mit den Namensanleihen in der Familie des Firmengründers betont. Mit den eher nüchternen Modellbezeichnung MT2 bis MT8 hätte der Neuanfang bei Magura nun kaum deutlicher ausgedrückt werden können. Doch hinter den neuen Namen steht auch technisch ein Neuanfang.

Wobei die Bezeichnung Neuanfang vielleicht irreführend ist: Die Gustav Magenwirth GmbH & Co. KG ist nicht nur Anbieter der Marke Magura, sondern auch eines der führenden Unternehmen in der Kunststoff-Verarbeitung. Dieses Know how wurde bisher vor allem als Zulieferer für Werkzeug- und Maschinenbauer sowie die Auto-Industrie angewendet, weniger jedoch im Fahrradbereich. Vor allem mit dem Top-Modell der neuen Bremsenlinie, der MT8, wird sich dies künftig ändern: Magura fertigt hierfür künftig Carbon-Bauteile, deren vollautomatische Produktion, im Magura-Jargon „Carbolay“ genannt, sich durch höchste Präzision auszeichnen soll. Neu ist zudem auch das „Carbotecture“-Verfahren, bei dem mittellange Carbonfasern in einem thermoplastischen Material eingebunden werden.

Über die neuen Fertigungsweisen ist in den vergangenen Wochen bereits viel geschrieben worden. Am vergangenen Wochenende hatte Magura nun rund 40 nationale und internationale Fachjournalisten nach Mallorca geladen, um die ersten Exemplare der neuen Bremsengeneration auf den anspruchsvollen Trails der Sierra de Tramontana zu testen.

Schon bevor die ersten Tester unterwegs waren, stand schon mal fest, dass die MT8 mit 279 Gramm (mit 160er Scheibe) künftig zu den leichtesten Bremsen auf dem Markt zählen wird. Die noch offene Frage war: Wird auch die Performance die Tester überzeugen können? Spätestens nachdem die ersten Tester von ihren Touren zurückgekehrt waren, war auch diese Frage beantwortet: „Magura ist ein großer Wurf gelungen“, sagte etwa der Tester einer durchaus kritikfreudigen Fachzeitschrift im Gespräch mit velobiz.de. Auch die Freeride-affinen Tester von mtb-news.de waren begeistert: „Die neuen Magura-Bremsen sind im besten Sinne unauffällig. Im Stand dachte ich noch, dass der Druckpunkt sich sehr weich anfühlt. Beim Fahren blieb dann aber keine Spur davon, Dosierbarkeit und Bremskraft waren hervorragend ausbalanciert. Da hat Magura einen großen Schritt nach vorne gemacht“, sagte Redakteur Tobias Stahl. Auch Thomas Danz, Redakteur beim fahrstil-Macher Velonauten, nahm positive Eindrücke vom Magura-Test mit: „Die neue Magura-Bremse funktioniert sehr gut. Ich habe beim Testen nichts Negatives entdecken können. Magura ist hier eine Entwicklung auf sehr hohem Niveau gelungen.“ Und Jens Kockerbeck, Redakteur bei Aktiv Radfahren, kann sich die neuen Magura-Bremsen gut auch bei hochwertigen Trekking-Bikes vorstellen: „Dosierbarkeit, Bremsleistung, Ergonomie – bei allen wichtigen Punkten ist die Magura-Bremse top. Dazu besitzt sie ein sehr breites Einsatzspektrum.“

Apropos Einsatzspektrum: Neben der MT-8 gibt es künftig noch drei weitere, günstigere Modellvarianten. Den Anfang bei der Markteinführung macht das Top-Modell MT-8, das ab Mai zum empfohlenen Verkaufspreis von 369 EUR verfügbar sein soll. Es folgen ab Juni MT-6 (VK 259 EUR), ab August MT-4 (VK 179 EUR) und ab September MT-2 (EUR 179 EUR).

Neben den augenscheinlichen Änderungen in der Modellpalette gibt es bei Magura derzeit übrigens auch einige Neuerungen im Hintergrund: Neben dem bereits angekündigten Umzug der Produktion ins benachbarte Hengen, wird gegenwärtig auch eine Produktionsstätte in Taiwan errichtet, mit der die Schwaben künftig ihren asiatischen OE-Kunden deutlich verkürzte Lieferzeiten bieten wollen. Und auch bei der deutschen Vertriebstochter Magura Bike Parts stehen Veränderungen an: Die wird nämlich künftig den durch den Umzug der Produktion frei werdenden Platz in Bad Urach belegen. Somit sind dann bei Magura Vertrieb, Marketing und Entwicklung wieder unter einem Dach.

5. April 2011 von Markus Fritsch

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