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Kolumne - KI-Tool des Monats

Musik für Messe, Store und Werbung

Wenige KI-Tools haben ihren jeweiligen Markt derart in Ruhe versetzt wie die Audio-Generatoren Suno und Udio. Die Gema hat wegen Urheberrechtsverletzungen geklagt, Musiker melden sich »arbeitslos« und KI-generierte Songs fluten Spotify. Was wie ein Gimmick anmutet, kann...

... für Fahrradhändler echten Mehrwert bieten.
Das Gros der Radbranche hat sich in der Vergangenheit wenige Gedanken darüber gemacht, ob man ein Sound­branding benötigt. Die ikonischen Soundlogos der Telekom oder von Audi sind zwar spektakulär, aber der Aufwand war im Vergleich zum Nutzen aus Sicht von mittelständischen und kleinen Unternehmen eher gering. War. Denn der Aufwand reduziert sich durch die neuen KI-Soundtools dramatisch. Und der Nutzen ist inzwischen klar belegt: Die GfK hat in einer Studie nachgewiesen, dass Instore-Musik den Umsatz um bis zu 27 Prozent steigern kann.
Das Grundprinzip ist KI-Tool-typisch ziemlich einfach. Man beschreibt einfach, welche Art von Musik man haben möchte. Einfach? Tatsächlich ist es am Anfang durchaus ungewohnt, eine Musik, die einem gefällt, mit Worten zu beschreiben. Alternativ kann man allerdings auch die Musikstile oder die Sounds von Bands als Referenz angeben: Im groovigen Stil von Cool and the Gang. Und hier wird auch schnell klar, warum die Gema Suno verklagt hat. Es geht um eine Handvoll Titel aus den 1980ern, die die KI zum Training benutzt hat, ohne das Einverständnis der Künstler einzuholen.
Es geht aber auch anders. Suno nutzt Large Language Models, um einen Prompt zu dekodieren. Man kann also auch einfach das Einsatzszenario beschreiben, etwa die laute, trubelige Eurobike oder die chillige, entspannte Lounge im hinteren Bereich des Fahrradladens. Und je nach Bike-Kategorie geht es eher dynamisch zu (Downhill) oder relaxed (Cruising). Wer möchte, kann Suno auch
Bilder solcher Szenen geben.
Für die ersten Versuche bietet es sich an, keinen Gesang zu erzeugen. Das Texten von Songs ist tatsächlich eine Kunst für sich, und solange das Musikstück nur als Hintergrunduntermalung gedacht ist, wirkt Gesang eher störend. Anders ist es, wenn man in einem Werbemittel ein konkretes Angebot bewirbt oder wenn man sich tatsächlich daran macht, ein Soundlogo zu entwerfen. Eine ikonische Passage wie »YMCA« ließe sich sicher auch für den ADFC umdichten. Beim ZIV klappt das nicht.
Suno und Udio haben erstmals im Frühjahr 2024 auf sich aufmerksam gemacht. Inzwischen hat aber Suno klar die Nase vorne. Die aktuelle Version 4 des Modells klingt sowohl bei den Instrumenten als auch im Gesang so gut, dass sich selbst erfahrene Musiker beeindruckt zeigen.
Wer will, kann sofort einen ersten Versuch starten. Tatsächlich tastet man sich an die ungewohnte, inhaltliche Umgebung heran, indem man zum Beispiel mit einem privaten Projekt beginnt (etwa einem Geburtstagssong). Da legt man automatisch eine relativ hohe Messlatte an das Ergebnis an. Und, so viel ist sicher, es macht einfach Spaß.
Tipp: Lassen Sie ChatGPT die Vorarbeit leisten. Nutzen Sie zum Beispiel einen Text aus einer Firmenbroschüre oder Veranstaltungsankündigung, laden Sie diesen bei ChatGPT hoch, ergänzen Sie ein paar Ideen zum Musikstil und bitten Sie die KI, daraus einen perfekten Prompt für die KI Suno zu entwickeln. Diesen Prompt kopieren Sie
und fügen ihn einfach bei Suno ein.

Heute um 06:00 von Frank Puscher
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