
VSF und ZIV wollen Joint-Venture gründen:
Neue Gesellschaft DiBike soll Veloconnect übernehmen
Die heutige Meldung kommt nicht unerwartet: Bereits auf der Mitgliederversammlung im vergangenen November in Mannheim wurde im VSF die Zukunft von Veloconnect diskutiert. Damals formulierten die entsprechenden Gremien bereits zwei Erkenntnisse: "Veloconnect benötigt eine stabilere Organisationsstruktur und breitere, internationale Basis, damit die Weiterentwicklung und Etablierung der Schnittstelle auch zukünftig gelingt. Und die dringend notwenigen Schritte zur Digitalisierung der Branche lassen sich am besten in engem Zusammenspiel zwischen Industrie (ZIV), Handel (VSF) und weiteren Partnern realisieren", heißt es intern beim VSF. Infolgedessen wurde am 24. März 2025 in einer Online-Befragung die Zustimmung der Mitglieder zur Gründung der DiBike gemeinsam mit dem ZIV und der Übertragung der Weiterentwicklung von Veloconnect eingeholt. 97 % der abgegebenen Stimmen gaben dabei ihre Zustimmung.
Damit ist nun der Weg auch formell frei für den jetzt laufenden Gründungsprozess der neuen Gesellschaft, deren Geschäftsführung der erfahrene Branchenexperte Nick Becker übernehmen soll.
Beim ZIV steht zudem neben dem Joint-Venture mit dem VSF noch das neue Netzwerk Digitalisierung in den Startlöchern, das künftig laut Verband "die zahlreichen Themen, Projekte und Lösungsansätze rund um die rasant fortschreitende Digitalisierung der Fahrradbranche bündeln" soll. "Nahezu unser gesamtes Tagesgeschäft hat inzwischen einen digitalen Bezug. Umso wichtiger ist es für die Branche, das Thema und seine Facetten zu bündeln und zu orchestrieren", erläutert ZIV-Geschäftsführer Burkhard Stork das Format. Dabei stehe das Netzwerk Digitalisierung allen Marktteilnehmern, also nicht nur ZIV-Mitgliedern offen.
Das Spektrum an digitalen Themen der Fahrradwirtschaft ist breit, heißt es vom ZIV, es reiche von der Vernetzung und Verkehrssicherheit (Bicycle-to-X-Kommunikation) über Aspekte der Cybersicherheit, Digitalisierung der Produktion (u.a. digitale Lieferketten), Dokumentations-Themen (u.a. Nachweispflichten im Bereich Nachhaltigkeit) bis hin zum Einsatz von Echtzeit-Marktdaten in Warenwirtschaft und Vertrieb. Das Netzwerk Digitalisierung soll diese Themen bündeln, die in bestehenden oder neuen Projekten und Arbeitsgruppen bearbeitet werden. Im Netzwerk werde berichtet und begleitet, es schaffe einen zentralen Ort, an dem die Branche die vorwettbewerblichen Themen bespricht und organisiert. "Die Fahrradbranche hat sich in den vergangenen Jahren digital enorm entwickelt und tut sich gleichzeitig nicht leicht, zu einem zügigen gemeinsamen Fortschritt zu kommen", so Burkhard Stork weiter. "Das ist manchmal zeitintensiv und anstrengend – bei einigen Themen ist jedoch keine Verzögerung mehr hinnehmbar. So schreibt zum Beispiel die europäische Batterieverordnung ab Februar 2027 einen dynamischen digitalen Batteriepass vor, um nur ein Beispiel zu nennen."
Ein weiteres Thema, dass sich der ZIV künftig auf die Fahnen schreiben will, sind Marktdaten aus der Fahrradbranche. Bereits bisher waren die ZIV-Zahlen zu Produktion und Import eine relevante Informationsquelle für die Branche. Dieses Angebot soll künftig um Point-of-Sale-Daten in Echtzeit unter dem Dach des neuen ZIV-Projekts Markt Daten Service (MDS) erweitert werden.
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