Neuheiten von der Cyclingword Europe
Schöne neue Messe-Welt
(…) Kinder-Laufrad gewählt, das neue Puky Next. Unterschied zu vielen gängigen Rädern: Durch die Höhenverstellbarkeit von Sattel und Lenker und der Möglichkeit, sogar größere Laufräder einzubauen (14- statt 12-Zöller), wächst das Laufrad bis zu einem Alter von bis zu sechs Jahren mit. Weitere Highlights: Geringes Gewicht durch einen leichten Nylon-Rahmen, Bremszug-Integration und Trittbrett, wenn die Füße mal Pause haben. Vergleichsweise günstig ist das Rad mit einem Einstiegspreis von 149 Euro auch noch.
www.puky.de
Awards in großen Mengen
In neun weiteren Kategorien vergab man erste bis dritte Preise bei der siebten Ausgabe der Messe in Düsseldorf. Im Sektor Gravel ging der erste Preis an das Canyon Grail CFR Explorer von 2024 – also kein ganz neues Rad. Eine interessante Entscheidung, weil das Rad ein feiner Vertreter der Race-Gravel-Nische ist, bei der unter anderem gute Aerodynamik durch geschlossene, flächige Formen und Vollintegration zählt. Hier werden derzeit die Felgenprofile gefühlt immer höher und die Geometrie rückt nah ans Rennrad respektive ans klassische Cyclecross-Rad heran. Aber es gibt auch Adventure-Ableger des Modells, das kleine Staufach im Unterrohr ist ein Hinweis darauf. www.canyon.com
E-Urban Bike mit Designer-Qualitäten
Besonders hervorzuheben ist der erste Preis in der Kategorie Urban E-Bike. Das neue Faltrad Eovolt Afternoon Pro konnte unter anderem Jury-Mitglied und Designer Michael Lanz, aufgrund seiner Nutzerfreundlichkeit begeistern. In einem kurzen Statement meinte er, dieses Rad sei vor allen „designed, nicht industrialisiert“. Tatsächlich erscheint die Form des Afternoon Pro so griffig wie unauffällig. Es hat es in sich. Es ist wohl das das Erste E-Faltrad, dessen Hauptscharnier nicht mehr als Wulst am Rahmen als solches erkennbar ist und mit weitgehender Integration punkten kann. Der Bafang-Motor mit Zweigang-Automatik wird aus einem Akku im Sattelrohr gespeist, der leicht entnommen, beim Abstellen aber gesichert werden kann. Details wie die magnetische Aufnahme des Steckers an der Akku-Buchse, aber vor allem die Tatsache, dass die Gelenke beim Entfalten selbst einrasten und dann schon gesichert sind, lassen das Rad aus der Lyoner Manufaktur besonders nutzerfreundlich auftreten. Dort arbeitet man mit einer modernen Fertigung – das fein angepasste Schutzblech beispielsweise kommt aus dem 3D-Drucker. Das Pro wird über einen Riemenantrieb angetrieben und kommt vollausgestattet auf 2.999 Euro.
https://eovolt.com
Für den modernen Bäcker
Klein ist trendy, das gilt auch für Lastenräder. In dieser Kategorie ist das Unternehmen Uuio mit dem bekannten Yoonit, ein „kleiner Long John“, unterwegs. Zur Cyclingworld konnte man nun den neuesten Spross, das Micro vorstellen, eine Art Bäckerrad in mini: 18-Zoll-Räder, ein doppelzugiger Stahlrahmen, Schnellversteller für die Lenkerhöhe und ein rahmenfester Korb-Träger über dem Vorderrad sind Standardausstattung. Zusätzlich gibt’s für den kleinen Laster Schutzbleche und Beleuchtungsausstattung. 40 Kilogramm Zuladung sind möglich, das Rad selbst wiegt 17,5 Kilogramm und ist nur erstaunliche 1,39 Meter kurz, fährt sich aber beim Slalom durch die Messestände erstaunlich sicher. Kostenpunkt: 2.150 Euro, mit Shimanos EP6-Motor 2.000 Euro mehr.
www.minicargobike.com
Design-Graveler aus Austria
Zurück zum Sport: Simplon will nach schwierigen Zeiten wieder zur Höchstform auflaufen. Zumindest designtechnisch sieht das ganz gut aus, wenn man den neuen Graveler Grid anguckt: Sehr kantiges Ober- und Unterrohr treffen auf breites, rundes Steuerrohr, das Sitzrohr vereint beide Formen. Nur 1.159 Gramm wiegt der Carbonrahmen. Die Geometrie ist eher an das MTB als an das Rennrad angelehnt, das Grid mit 40 Millimetern möglicher Reifenbreite dürfte vor allem auf Schotter punkten. Bei den Österreichern ist Custom-Made angesagt, das Grid kann man in vieler Hinsicht selbst konfigurieren.
www.simplon.com
Echter Motorsport
Ein paar Stände weiter wurde demonstriert, dass auch Graveler mit Motor Begehrlichkeiten wecken können. Mit dem Denna ist Orbea mutig den Schritt zum Mittelmotor (Shimano EP8) im Graveler gegangen und mit bis zu 50 Millimetern Reifenbreite ist es auch der erste Graveler der Spanier. Ab 13.8 Kilo bringt es auf die Waage. Auch hier gibt’s die volle Integration aller Züge und Leitungen. Die Motor-Software hat man dem Einsatzzweck Gravel zusammen mit Shimano angepasst, da gibt’s viel Dynamik bei hoher Trittkadenz. Dann sollen die 420 Wattstunden auch für ungewöhnlich viele, viele Kilometer reichen, einen Range Extender für den Flaschenhalter gibt es zusätzlich (210 WH). Ab 5.499 Euro kann man sich auf dem Feldweg oder der Waldautobahn vom Denna unterstützen lassen, maximal investiert man 9.999 Euro.
www.orbea.com
Highend für das Unterhemd
Lifestyle wird hier großgeschrieben, was angesagt ist, wird gefahren respektive getragen, und das darf auch was kosten. Mit diesem Wissen gründet Martin Pickartz sein Startup Sewmuchblack: Eine Schneiderei für individuelle Gürtel, Taschen und Base Layer. Selbst weit von einer Standard-Figur entfernt, nähte er sich nach einer Ausbildung auf dem Qualitätsniveau von Highend-Schneidereien entsprechende Base Layer und Accessoires wie Hüfttaschen aus superleichten Premium-Materialien. Und weil manche Menschen auch beim Base Layer die perfekte Passform wollen, ordern Sie bei ihm entsprechende Produkte aus Merinowolle. Natürlich kann man nicht nur den Schnitt individualisieren, sondern auch das Material und das Stoffdesign. 350 Euro muss man in einen auf den Leib geschnittenen Base Layer investieren.
www.sewmuchblack.com
Schlüsselloch war gestern
Erstmals auf der Cyclingworld war die österreichische Pewag Group, einer der ältesten und größten Kettenhersteller weltweit. Mit dem Fahrradschloss Serea will sie jetzt in die Bike-Branche einsteigen. Der USP: Es gibt keinen materiellen Schlüssel, verriegelt und geöffnet wird das Kettenschloss per Handy-App – sich aufs Fahrrad zubewegen, das Schloss öffnet sich; umgekehrt wird abgeschlossen. Niemand muss mehr nach dem Schlüssel kramen, und wer die App hat, kann vom Hauptnutzer mit einem Handgriff ganz einfach als Mitnutzer registriert werden. Eine Schlüsselübergabe ist, etwa für das Familien-Lastenrad nicht mehr nötig. Das Serea ist in zwei Längen und zwei Sicherheitsstufen erhältlich. Die höhere soll das Maximal-Level deutscher Schlosshersteller erreichen. Das lange Highend-Kettenschloss kostet um 150 Euro.
www.serea-locks.com
Einfach zählt
Aufgeräumt startet ein deutscher Hersteller eine neue Kollektion. Yuccie nennt der Bergamont-Gründer Stefan Berkes seine neue Marke. Leichte (ca. 20 Kilo) E-Bikes mit automatisch schaltendem Zweigang-Motor von Bafang mit 360 Wattstunden-Akku und wahlweise Kette oder Riemenantrieb. Schlicht, und unkompliziert, aber vollständig ausgestattet will man den Alltag in der (eher flachen) City erobern. Der Einstieg in die Modellreihe liegt bei 2.399 Euro.
Neue Cyclingworld as its best
Die 2025er Ausgabe der Messe bietet so viel Neues oder doch bisher Ungezeigtes wie noch nie. Ist sie – auch – auf dem Weg zu einer echten Neuheiten-Messe? Die Lust am Radfahren als moderner Lifestyle, der Event- und Partycharakter, den die Messe immer wieder hat, trägt jedenfalls das Ihre dazu bei, dass Hersteller hier gern Neuheiten zeigen. Das Publikum wie der Branche soll es recht sein.
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